Fischen im indischen Ozean

 

von Heiko Marder

 

Es war mal wieder soweit, einfach Angeln im indischen Ozean!

 

Drei Stunden vor Abfahrt, habe ich mich mit alten Bekannten von Jim Fiske getroffen, dass für mich eins der besten Angelboote in Khao Lak ist.

 

Nun ging es zum Pier, die Jungs hatten das Boot schon mit Ruten, Eis, Ködern und Diesel beladen.

 

Danach lagen erst einmal zwei Stunden Ausfahrt vor uns.

 

Natürlich nutzten wir die zwei Stunden sinnvoll, indem wir unser Glück mit den zwei Schleppruten versuchten, eine mit Wobbler und eine mit einem Naturködersystem für 3 Oktopusse ausgestattet. Leider hatten wir kein Glück damit, ehe wir den ersten Drop erreichten.

 

Der Tanz konnte beginnen!

 

Schon nach kurzer Zeit fand sich in Gestalt einer Königsmakrele, von einem Meter Länge, ein geeigneter Tanzpartner für einige Minuten .

 

Natürlich wurde schnell ein Foto geschossen bevor es zum nächsten Drop gehen sollte.

 

 

 

Übrigens, Drops sind große Blöcke aus Styropor so etwa an die 2x2x2m, welche durch eine Leine an dem Meeresgrund verankert sind. Sie dienen ortsansässigen Fischern zum festmachen Ihrer Boote, damit diese tagsüber darauf schlafen können um dann nachts mit Scheinwerfern Tintenfische zu fangen.

 

 

 

Als wir den ersten Drop wieder anfuhren, wechselten wir unsere Köder auf Tintenfisch an zwei Haken der Größe 4/0, welche an einem robusten Stahlvorfach angebracht waren.

 

Nun hieß es, die Köder ins Wasser und mit ca. 3 Knoten Geschwindigkeit schleppen.

 

Nach wenigen Sekunden fand eine Goldmakrele den Weg an den Haken und forderte mich zu einem spektakulären Drill heraus, indem sie sich schon mehrmals durch zahlreiche Sprünge aus dem Wasser zeigte.

 

Dieser Fisch entpuppte sich als wahrer Brocken mit einer stattlichen Größe von 90cm, was auch seine Bärenkräfte im Drill erklärte.

 

 

 

Hier ist es empfehlenswert wirklich hohen Wert auf die Abstimmung des Gerätes zu legen.

 

Ich selbst benutze eine Salty Beast Mega-Jig Spin von SPRO mit einem maximalen Wurfgewicht von 500g und 2,45m Länge. Aber das ganze natürlich als 4-teilige Reiserute, es sollte ja auch alles in den Koffer passen.

 

Dazu eine Rolle von DAIWA aus der Catalina Reihe in 3500er Größe.

 

Das ganze wird dann noch mit der zuverlässigen und beschichteten 0,19mm Schnur mit 13kg Tragkraft von Power Pro abgerundet.

 

 

 

Nach dem ich den ersten Drill in der Tasche hatte, folgte etwas, was ich noch nie zuvor gesehen habe.

 

Sobald der Köder 20 bis 30 Meter vom Boot entfernt war, stürzten sich unzählige Goldmakrelen auf diesen. In nur 90 Minuten konnte ich acht Goldmakrelen für mich verbuchen.

 

Normalerweise bin ich es gewohnt, dass an dieser Stelle nach zwei Fischen schon Schluss ist, aber die Fischer, die mich begleiteten, meinten dass die erhöhte Beißlaune am Wetter lag.

 

Schon bald wurden die Wellen kräftiger, ebenso wie der Wind.

 

Dadurch wurde es langsam unmöglich quer zur Welle zu fahren, wie wir es den Tag über taten.

 

Es dauerte leider nicht lang und wir brachen aus Sicherheitsgründen die Tour ab und das war auch gut so, denn ziemlich schnell sollte ein Gewitter aufziehen.

 

Das war nicht ganz ungefährlich, da wir ohne GPS, Echolot und gute 30 Kilometer von der Küste entfernt waren. Dazu kam noch, dass der 1-Zylinder Motor mit 6PS wahrscheinlich auch noch älter war als ich.

 

Dennoch brachte uns das Boot sicher an Land.

 

 

 

Großartig. Das wäre das Wort, welches ich benutzen würde, müsste ich diesen Angeltag mit einem Wort beschreiben.

 

Einfach berauschend als ersten Fisch eine kampfstarke Königsmakrele zu an den Haken zu bekommen und das ganze mit zahlreichen Goldmakrelen zu krönen.

 

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, eine Goldmakrele für uns selbst mitzunehmen und von einheimischen Freunden zubereiten zu lassen.

 

 

 

Abschließend noch für alle begeisterten Angler, ein kleines abgewandeltes Zitat von Wilhelm Busch.

 

 

 

Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele. Darum Mensch sei zeitig weise und plane deine Angelreise.“